Das Streikrecht muss von allen Gewerkschaftern verteidigt werden

Jared Wood, National Union of Rail, Maritime and Transport Workers – RMT

Liebe Kolleginnen und Kollegen der GDL,

über Aktivist*innen der Vernetzung für kämpferische Gewerkschaften (VKG) habe ich von eurer Auseinandersetzung mit dem Management der Deutschen Bahn und dem Streik erfahren, den ihr im August organisieren müsst.

Mir ist klar, dass es hier um eine Auseinandersetzung um Löhne und Arbeitsbedingungen geht, aber vor dem Hintergrund des Tarifeinheitsgesetzes hat sie eine viel größere Bedeutung für die deutsche Gewerkschaftsbewegung. Das Streikrecht muss von allen Gewerkschaftern für alle Gewerkschaften unabhängig von ihrer Größe und Zugehörigkeit verteidigt werden – wenn es sich um echte Gewerkschaften handelt, die die Interessen der Arbeitnehmer verteidigen und nicht nach faulen Kompromissen mit den Bossen suchen.

Es ist ein Grundsatz der Gewerkschaftsbewegung, dass wir uns gegenseitig im Kampf unterstützen, und ich sende euch solidarische Grüße und wünsche euch den bestmöglichen Erfolg in eurem Streit.

Eure Forderungen sind angesichts der Situation der Eisenbahner und der Rolle, die sie während der Pandemie spielen, absolut gerechtfertigt.

Hier in Großbritannien wissen wir, was Privatisierung der Eisenbahnen für die Beschäftigten und die Fahrgäste heißt. Aus unserer eigenen Erfahrung können wir nur sagen, dass jeder Versuch, die Bahn oder Teile davon zu privatisieren, von allen Gewerkschaften abgelehnt und bekämpft werden sollte.

Mit freundlichen Grüßen,

Jared Wood, National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (UK), Mitglied des Nationalen Exekutivausschusses der Region London Transport (im eigenen Namen)


SUD-Rail unterstützt die GDL

Die GDL organisiert eine Urabstimmung ihrer Mitglieder, um möglicherweise zu einem Streik über den Tarifvertrag im Rahmen der Tarifverhandlungen aufzurufen.

Die DB hat angekündigt, dass sie die Produktivitätssteigerungen und ungünstigen Entwicklungen im Rentensystem allein den Lokführern in Rechnung stellen will.

Anstatt Verhandlungen mit der Gewerkschaft aufzunehmen, gab die Deutsche Bahn bekannt, dass sie nur die Vereinbarung gelten lassen will, diese mit der anderen Gewerkschaft, die die Mehrheit im Unternehmen hat, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, erzielt hat. Das so genannte Tarifeinheitsgesetz besagt, dass bei einem Wettbewerb zwischen zwei Gewerkschaften in einem Unternehmen nur der Tarifvertrag der größeren Gewerkschaft gilt. Die Deutsche Bahn wendet das Gesetz seit April im eigenen Unternehmen an und entzieht der GDL damit einen wesentlichen Teil ihres Einflusses.

Während die GDL die Konsultation vor dem Streik organisiert, will die DB sicherstellen, dass es keinen Streik gibt.

Die Gewerkschaft SUD-Rail verurteilt diesen Versuch der Disqualifizierung als einen Angriff auf die Gewerkschaft und bekräftigt ihre Solidarität mit der GDL.

Für SUD-Rail Emmanuelle Bigot und Patrick Triboulin

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