DIE LINKE.Niedersachsen ist solidarisch mit den Streikenden der GDL

Einstimmiger Beschluss des Landesvorstandes vom 03.09.21

An die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) im GDL-Bezirk Nord,

sowie zur Kenntnis des GDL-Hauptvorstandes Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Da zahlreiche unserer Mitglieder aktive Gewerkschafter*innen sind, haben wir einen Begriff davon, was es bedeutet, eine solche Streikfront in den jeweiligen Belegschaften zum Stehen zu bringen!Eure in den Tarifverhandlungen schon im Kern auf den Abschluss des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes reduzierten Tarifforderungen sind mehr als begründet. Sie bedeuten ein Entgeltplus von 1,4 Prozent zum 1. April 2021, mindestens aber 50 Euro mehr, sowie einer Corona-Beilhilfe von 600 Euro im Jahr 2021. Zum 1. April 2022 soll dann eine weitere lineare Erhöhung von 1,8 Prozent erfolgen.Angesichts einer aktuellen Inflationsrate von 3,8 Prozent kämpft ihr schlicht gegen eine Reallohnsenkung! Das verdient nach unserer Sicht die Solidarität aller Gewerkschafter*innen!

Weg mit dem sogenannten Tarifeinheitsgesetz!

Besonders gemein ist, wenn euch als GDL vom DB-Management in den bestimmenden Medien wie von Bundestagsparteien (die wir als „bürgerlich“ bezeichnen) vorgeworfen wird, ihr würdet euren Streik nur aus „unredlichen“ politischen Gründen führen.Wahr ist dagegen, dass ihr durch das „Tarifeinheitsgesetz“ auch gezwungen seid, im Interesse eurer Mitglieder die Tariffähigkeit nachzuweisen. Was ihr gerade beweist.

Wir als Linke sagen und haben deshalb im Bundestag auch dagegen gestimmt: das Tarifeinheitsgesetz muss weg, denn es widerspricht dem Koalitionsrecht des Grundgesetzes.Ganz in diesem Sinne freuen wir uns sehr, dass der dreiste Versuch des DB-Management euer Streikrecht mit rechtlichen Mittel zu unterdrücken vor den Gerichten gescheitert ist!

Der Landesvorstand

Liebe Kollegen*innen der GDL,

das aufrichtige Interesse dieser Solidaritätserklärung ist, euren Tarifkampf gegen starken Druck der bestimmenden „Öffentlichkeit“ zu unterstützen, weil wir zumeist selbst Arbeiter und Angestellte sind, die Gewerkschaften und Tarifverträge brauchen!

Zuletzt: Wir als DIE LINKE wünschen uns eine starke Vertretung von Beschäftigten gegenüber von Unternehmensinteressen, weshalb wir im Grundsatz für das Prinzip der Einheitsgewerkschaft des DGB stehen. Für euren Organisationsbereich der Bahn, würden wir uns in diesem Sinne wünschen, dass die für eure Mitglieder bisher erfolgreiche Tarifpolitik der GDL den Weg zu einer Kooperation mit der EVG eröffnet.

F.d.R. Hans-Georg Hartwig, Franziska Junker Mitglieder des Geschäftsführenden Landesvorstandes

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